CONSUMER TRENDSNR. 12 / 2026
Consumer Trends

D2C geht offline.

Ausgerechnet D2C-Brands treiben die Renaissance des Offline-Retails voran. Warum die nächste Gewinner-Generation im Consumer-Bereich keine Paid-Funnel baut, sondern Ökosysteme, die Handel und Marktplätze füttern.

David Rost17. September 20264 Min. Lesezeit
D2C geht offline.
DRYLL · COMMUNITY & EVENTS

Ausgerechnet D2C-Brands treiben gerade die Renaissance des Offline-Retails voran und eröffnen reihenweise Brand Stores.

Ein gutes Beispiel ist SATISFY, die mit ihrer Fuel Station in Paris gerade wieder einen neuen Community-PoS gelauncht haben. Dahinter steckt eine simple Erkenntnis: Ein physischer Touchpoint erzeugt starken Impact und ist kostenseitig oft attraktiver als eine kurzweilige digitale Kampagne.

Der Retail ist zurück.

Am Wochenende habe ich die neue Folge Founder Mode mit Snocks-Gründer Johannes Kliesch gehört, und vieles von dem, was er berichtet, deckt sich mit dem, was wir bei MYTY Group beobachten.

Die Paid-Ökonomie ist gekippt

Nahezu jede eCom-Brand verliert Geld auf den Neukunden-CAC. Verdient wird über Retention, nicht über die erste Bestellung. Die D2C-Welle kam, als die CPMs niedrig waren. Heute haben sich die Marketingkosten vervielfacht. Ein Meta-ROAS von 1 ist normal, alles über 3 ist herausragend.

Marge entsteht über Touchpoints, nicht im eigenen Shop

Marge entsteht im Zusammenspiel vieler Touchpoints, nicht zwingend im eigenen Online-Store. Marktplätze wie Amazon schlagen in der Profitabilität häufig den eigenen Checkout. TikTok Shop ist für Kategorien wie Nutrition, Food und Drinks besonders spannend, weil sich Tasting-Reaktionen direkt übertragen und die Impressionen auf Retail-Listings und -Rotation einzahlen.

Sampling online, Sales offline.

Retention ist mehr als Newsletter

Im eigenen Shop wird in der Regel über Retention Geld verdient, und Retention ist ein breites Feld, das weit über den Newsletter hinausgeht, der häufig nur Öffnungsraten von 20 bis 30 Prozent aufweist. Retention bedeutet WhatsApp, ausgefeiltes Retargeting und bestenfalls eine aktive Community.

Die Basis ist dabei ein Vertriebsmodell, das auf Abos und Wiederkäufe ausgelegt ist, mit klaren Benefits, die sich vom Retail differenzieren, ohne ihn zu kannibalisieren: Zugang zu exklusiven Events, Early Access auf Produkt-Launches, limitierte Capsule Drops und so weiter.

Der Hebel bei DRYLL: die Community

Was beispielsweise DRYLL besonders macht, ist der Zugang zur Sport- und Performance-Business-Community und mittlerweile bis zu 30 Events im Monat. Angefangen bei regelmäßigen Sport-Classes von Yoga bis Hyrox, über Brand-Collabs mit komplementären Marken wie HOKA und lululemon, bis hin zu gemeinsamen Events mit Business-Playern wie Qonto oder der Bits & Pretzels.

Das ist unsere Awareness-Maschine: Events erzeugen Probierkontakte und Sign-ups, Sign-ups werden Käufer, Käufer werden Abonnenten und durch spürbare, authentische Community-Arbeit zu loyalen Club Membern, die sich mit dem Vibe und den Werten der Marke identifizieren.

Die Gewinner-Generation im Consumer-Bereich baut holistische Ökosysteme, die Handel und Marktplätze füttern.